Bozen

Dass wir heute eine schwierige Entscheidung treffen müssen, ahnen wir am Morgen noch nicht.

Zunächst kurven wir noch ein wenig durch Innsbruck, um festzustellen, dass uns die Stadt nicht besonders spektakulär vorkommt.

Die Sonne scheint, und wir brechen auf zum Brenner, der sich  nicht weit entfernt von Innsbruck (30 Km) befindet.

Der Brenner bildet die Hauptwasserscheide zwischen der Adria und dem Schwarzen Meer. Heute ist der Weg über (oder besser durch) den Brenner die meist genutzte Route des Alpentransits. Wenn man hört, dass es bereits in der Steinzeit Wege gab, die über den Brenner führten, dann kann man es kaum glauben!

Als Alpenlaie stellt man sich das alles sehr großartig vor, aber - zack- befindet man sich in Italien und darf erstmal ein Ticket für die Benutzung der Autobahn ziehen. Wenn man dieselbe verlässt, wird abkassiert. 

In Bozen sind wir dann ziemlich schnell und finden nach einigem Suchen das Parkhotel Werth, unser Domizil für heute Nacht (allzu viele Hotels scheint es in Bozen nicht zu geben - oder wir haben sie nicht gefunden).

Es ist erst Mittagszeit (und glühend heiß, heute wird das Thermometer 38 Grad Celsius verzeichnen, kein Witz!).

Wir lassen das Auto am Hotel stehen und machen uns mit dem Bus (fährt mit Wasserstofff !) in die Innenstadt von Bozen auf. Und die ist wirklich wunderschön. 

Große Plätze wechseln sich mit kleinen Gassen ab, gut erhaltene Bauwerke, wir sind begeistert. Und überall Blumen. Bozen ist übrigens die Landeshauptstadt Südtirols und wurde um 1170 als Marktsiedlung angelegt.

Im Südtiroler Archäologiemuseum wollen wir uns die Gletschermumie " Ötzi" angucken. Seit der Gletschermann 1991 von einem Wandererehepaar gefunden wurde, entstand ein ziemlicher Rummel um die Sache. Das ist ganz nett, aber das Museum mehr Schein als Sein.

Dort empfangen wir dann auch eine Nachricht, die für uns ganz schlimm ist.  Unser Kater Filou ist heute schwerkrank in die Tierklinik gebracht worden. Er wird nicht mehr lange leben. Geschockt überlegen wir, sofort zurückzufahren. Aber das wäre angesichts der 1000 km, die wir von zu Hause entfernt sind, Wahnsinn. Wir werden also unsere Reise abbrechen, in Bozen noch übernachten und morgen zurück nach Wendisch Evern fahren.

Um nicht zuviel zu grübeln, beschließen wir, noch Meran anzuschauen. Auch diese Stadt ist wunderschön, grün, mit malerischen Gassen und Bauten. Seit 1855 ist Meran wegen seines mediterranen Klimas eine Kurstadt. Leider ist unsere Stimmung gedrückt. Wir essen aber noch in Meran zu Abend und fahren dann wieder in unser Hotel zurück.

Wir sind heute 218 Kilometer gefahren.

Der "Ötzi" im Museum (naja)

Unser Hotel

9 Euro Maut für den Brenner

Busticket Bozen

Überschaubares Frühstück in Tirol

Anarchie in Südtirol?

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