Bad Abbach

Auch dieser Tag steht zunächst ganz im Zeichen der Geschichte.

Wir fahren nach dem Frühstück mit der U-Bahn zum Strafjustizgebäude in der Nähe der Bärenschanze. 

In diesem Gebäude, das auch heute noch als Gericht benutzt wird, fanden nach dem Zweiten Weltkrieg  die Nürnberger Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher (Politiker, Militärs und NS-Funktionäre) durch die Siegermächte statt. Unter anderem wurden die 24 hauptverantwortlichen Männer für den Massenmord in den Vernichtungslagern strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Die Anklage umfasste "nur" vier Anklagepunkte. Und keiner bekannte sich schuldig! Das Verfahren war öffentlich und wurde gefilmt bzw. auf Tonbändern dokumentiert und dauerte von November 1945 bis Oktober 1946. Von den 24 Angeklagten (unter anderem Göring, Heß, von Schirach, Keitel und Ribbentrop) wurden 12 zum Tode verurteilt. Göring nahm sich nach dem Urteil (zwei Stunden vor der Hinrichtung) mit einer Zyankalikapsel das Leben.

Die Dokumentation ist sehr sachlich gehalten, umfangreich und informativ. 

Der Sitzungssaal 600, in dem der Prozess stattfand, wird auch heute noch für Gerichtsverhandlungen benutzt. Wir haben Glück, dass dort heute nichts stattfindet und wir uns umsehen können. Ein DATEV- Gebäude (Der Entwickler-Campus) ist übrigens direkt gegenüber! 

Nach dieser geballten Ladung Geschichte (ich wusste zum Beispiel nicht, dass es auch Folgeprozesse gab) verlassen wir gegen 13.00 Uhr Nürnberg. Es hat uns sehr gefallen hier.

Und unser weiterer Weg? Ab jetzt haben wir keine Unterkunft mehr gebucht.

Wir fahren auf der A3 in Richtung Süden. Regensburg liegt auf der Strecke. Ob wir mal kurz durch die Stadt kurven? Immerhin hat Michael hier seine Studienzeit verbracht und ich habe hier auch begonnen zu studieren. Die Außenbezirke kommen uns gar nicht bekannt vor. Aber Michaels Wohnungskomplex und mein Studentenwohnheim sehen von außen noch aus wie damals! Und das ist vor 26 Jahren gewesen! Wo ist die Zeit hin! Wir entscheiden uns noch für einen Bummel durch die Altstadt. Hier stellen wir fest, dass sich im Grunde gar nicht so viel verändert hat.

Der Dom wurde restauriert und die Steinerne Brücke hat kein Kopfsteinpflaster mehr. Auch gibt es viel mehr Cafés und kleine entzückende Läden als zu unserer Zeit! Aber einiges ist wirklich noch genauso wie damals! 

Weil unser Stadtrundgang ziemlich lange gedauert hat, entschließen wir uns zu einem Hotel in Bad Abbach, ca. 12 Kilometer von Regensburg entfernt. Wozu hat man Internet und kann sich Bewertungen ansehen?

Das Hotel ist dann auch ganz entzückend, mit einer sehr persönlichen und netten Chefin. 

Wir beenden unseren Tag mit einem Gang zum Biergarten und leckeren Schupfnudeln bzw. Serviettenknödeln. Also, manchmal geht vegetarisch dann auch in Bayern!

Und Michael kraxelt noch hoch zum Wehrturm. 😁

Heute sind wir immerhin 139 Km weit gekommen. So schaffen wir es sicherlich nicht nach Italien. 😂

Netter Biergarten in Bad Abbach

Parkresidenz Bad Abbach

Beim Zirngibl (So heißen die hier alle)

Der Wehrturm oberhalb der Kirche



U-Bahnticket Nürnberg

In unserer Suite

Serviettenknödel


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